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Kapitel X: Hamster Gebiss und Backentaschen

Da die Steppe nur karg bewachsen war, mussten die Hamster oft größere Strecken zurücklegen, um ausreichend Futter zu finden. Das erklärt den noch heute vorhandenen starken Bewegungsdrang, wenn der Hamster wach ist.

Da der Sommer in der Heimat des Hamsters nur sehr kurz ist, mussten die Tiere in dieser Zeit möglichst viele Vorräte für den langen Winter sammeln und diese kühl lagern. Bei der Wahl ihrer Speisen waren sie dafür nicht sehr wählerisch: Auf dem Speiseplan standen Getreide, Samen, Früchte, Kräuter, Insekten und Würmer.

Beim Fressen half dem Hamster das hervorragend angepasste Nagergebiss: Jeweils 2 sehr scharfe und ständig wachsende Schneidezähne halfen beim Durchbeißen von Gräsern, Stängeln oder beim wühlen von kleineren Wurzeln. Mit seinen 12 etwas stumpferen Backenzähnen konnte der Hamster seine Nahrung zerkleinern und kauen.

Fand der Hamster genug Futter, stopfte er sich seine Backen mit Vorräten für den Winter voll. Für die Vorratshaltung eigneten sich jedoch nur Pflanzen wie Getreide oder Samen. Insekten eher nicht. Praktischerweise hatte der Hamster auf seinen langen Streifzügen durch die Steppe immer zwei „Einkaufstaschen“ dabei, seine Backentaschen.

Die Backentaschen erweitern die Maulhöhle rechts und links um zwei Kammern, die vorne am Mundwinkel eine Öffnung haben und hinten durch eine Haut vom Rest der Maulhöhle abgetrennt sind. Man kann sie sich wie 2 Schläuche vorstellen, die vom Hamster beim Sammeln langsam vollgestopft werden. Bei geschlossenem Maul legt sich eine Falte vor die Öffnung der Backentasche, sodass sie verschlossen ist. So kann der Hamster in Ruhe fressen, ohne dass Zerkautes aus Versehen in die Backentasche gerät. Denn das würde sich nicht mehr für die Vorratshaltung eignen. Sehr praktisch.

Die Haut der Backentaschen ist rau und derb, damit das Futter „festgehalten“ wird und nicht wieder aus der Tasche rutscht. Außerdem ist die Haut sehr dehnbar, die Backentasche gehen je nach Rasse bis zur Taille des Hamsters, bei Roborowski-Zweghamstern sogar bis zu den Hinterbeinen. Ein Goldhamster kann etwa 20 Gramm Futter in seinen Backentaschen unterbringen.

Auch bei unseren Hamstern zu Hause beobachten wir dieses Verhalten noch. Unser Hamster legt sich in seinem Bau eine Vorratskammer an, die er dann regelmäßig füllt. Füttern wir jedoch zu klebriges Futter (zum Beispiel Süßigkeiten wie Drops, zuckerhaltige Knabberstangen), kann es zu einer Verstopfung der Backentaschen kommen. Auch ungeeignetes Nistmaterial wie zum Beispiel Stoffreste können sich mit den Vorräten vermischen und in die Backen geraten. In diesem Fall sollte Sie den Tierarzt aufsuchen, damit er die Taschen manuell leeren kann, ohne sie zu verletzen.

Es kann auch passieren, dass der Hamster selbst mit den Vorderpfoten versucht, die Backen zu leeren und dabei aus Versehen die Tasche nach außen stülpt. Die Backentasche hängt dann aus dem Maul heraus. In diesem Fall sollte unverzüglich der Tierarzt aufgesucht werden, der die Tasche wieder nach innen stülpt und eventuell fixiert. Eventuell muss das Gewebe aber auch entfernt werden.

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