Australian Shepherd

FCI Klasse:
Gruppe 1 - Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Normalgewicht:
Männlich: 25-32 kg, Weiblich: 16-25 kg
Normalgröße:
Männlich: 51-58 cm, Weiblich: 46-53 cm
Fell-Pflegebedarf:
Farbe:
Bluemerle, Schwarz, Redmerle, Rot
Fellbeschaffenheit:
lang
Hundeerfahrung / Erziehbarkeit:
Zeitlicher Aufwand:
Art der Beschäftigung:
Agility, Dogdancing, Leistungshüten
Familientauglichkeit:
Lebenserwartung:
13-15 Jahre

Portrait

Weltkarte Australien

Herkunft und Zweck

Obwohl mehrere Theorien im Umlauf waren, ist heute bekannt, dass sich der Australian Shepherd nur in den USA entwickelt hat. Sein Name rührt von der Annahme, dass um 1800 Schafhirten den Australian Shepherd bei ihrer Einwanderung von Australien nach Amerika mitbrachten. Beliebt wurde der Australian Shepherd vor allem nach dem 2. Weltkrieg. Die vielen Begabungen und die Wendigkeit des Australian Shepherds machten ihn bei Ranches und Farmen beliebt. Heute zeichnen sich schon die Australian Shepherd Welpen durch eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson aus.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Australian Shepherd ist generell etwas länger als hoch gebaut. Der Körper des Australian Shepherds besitzt eine mittlere Größe und Knochenstärke, weiterhin ist er kräftig und hat schöne Muskeln. Das Fell des Australian Shepherds ist mittellang. Durch die individuelle Farbgebung des Haarkleids ist jeder Rassevertreter sozusagen ein Unikat für sich. Auch die Augen können die verschiedensten Farben haben – von braun, blau oder bernsteinfarben bis zu einer Kombination der vorgenannten Farben.

Charakter & Wesen

Da der Australian Shepherd ehemals dazu gezüchtet wurde, um besonders gut auf die Schafherde aufzupassen, besitzt er noch heute einen starken Herdentrieb. Beim Hüten und Arbeiten hat er eine scheinbar unermüdliche Ausdauer. Als treuer Gefährte bewacht der Australian Shepherd das, was ihm viel bedeutet. Seine Intelligenz macht schon den Australian Shepherd Welpen zu einem schnellen und eifrigen Lerner. Dabei zeigt der Australian Shepherd seine aufmerksame und lebhafte Art. Seinen Menschen gegenüber ist der Australian Shepherd sehr anhänglich und versucht ihnen stets zu gefallen. Im Großen und Ganzen ist der Australian Shepherd eine sehr ausgeglichene und gutmütige Hunderasse, selten sucht er Streit. Fremden gegenüber kann der Australian Shepherd anfangs etwas misstrauisch sein.

Bildergalerie

Was der Australian Shepherd braucht

Australian Shepherd Ernährung

Der Australian Shepherd verträgt im Prinzip jedes Hundefutter. Wählerisch ist er nicht, einen Leckerbissen lässt er sich also nicht entgehen. Da der Australian Shepherd eine sehr aktive Hunderasse ist, sollte sichergestellt werden, dass er ausreichend mit Mineralien und Vitaminen versorgt wird.

Australian Shepherd Zubehör

Für den Australian Shepherd Welpen sind – wie für jede andere Hunderasse – zum Ausführen ein Halsband bzw. Geschirr sowie eine Leine notwendig. Das Halsband oder Geschirr sollte nicht zu sehr drücken sowie einschneiden, es sollte daher eine passende Größe gewählt werden. Ebenfalls sollte die Breite des Halsbands nicht zu knapp bemessen sein, da der Australian Shepherd über einen kräftigeren Körperbau verfügt. Das Halsband sollte nicht über die Ohren rutschen können und gut sitzen.

Aufgrund seines lebhaften Charakters benötigt schon der Australian Shepherd Welpe ausreichend Bewegung, Beschäftigungsmaterial und Spielzeug. Richtig eingesetzt kann der Australian Shepherd mit einer Hundefrisbee auf Hochtouren gebracht werden. Auch Intelligenzspielzeuge sind für den Australian Shepherd sehr sinnvoll, denn er will auch mental beschäftigt werden. Schlussendlich ist für den Australian Shepherd ein geeigneter Hundesport anzuraten, beispielsweise Agility, Dogdancing, Obedience oder Hüteübungen.

Australian Shepherd Gesundheit & Pflege

Trotz seines etwas längeren Fells und der kräftigen Unterwolle benötigt der Australian Shepherd keine aufwändige Fellpflege. Generell sind tägliches Bürsten und Kämmen ausreichend. Die Fellstruktur des Australian Shepherds benötigt dabei eine geeignete Bürste. Bestenfalls werden Bürsten aus Naturstoffen verwendet, z.B. ein Holzkamm oder eine Holzbürste. Gleichzeitig kann man bei der Fellpflege den Australian Shepherd auf mögliche Parasiten untersuchen, denn die dichte Unterwolle des Australian Shepherds bietet ein gutes Versteck für Läuse, Zecken und Flöhe.

Hat sich der Australian Shepherd im Schlamm gewälzt, so sollte er mit einem geeigneten Shampoo einem Bad unterzogen werden. Denn die Dreckpartikel können sich in die tiefe Wollschicht einlagern.

Ohren, Augen und Zähne sowie das Zahnfleisch sollten auch beim Australian Shepherd regelmäßig kontrolliert werden.

Australian Shepherd in Not

Da vor allem Australian Shepherd Welpen so beliebt sind, gibt es leider auch viele private Vermehrer und illegale Hundehändler, die aus diesen liebevollen Tieren Profit schlagen wollen. Dem Massenzüchter geht es nicht darum, gesunde, langlebige Australian Shepherd Welpen zu züchten, sondern allein um eine schnelle, kostengünstige „Produktion“ und schnelles Geld. Diese Hunde in Not werden für die Massenzucht in Käfigen gehalten. Von einer artgerechten Haltung kann also kaum die Rede sein. Der Australian Shepherd zeichnet sich durch einen sehr menschenbezogenen und intelligenten Charakter aus, sodass er hohes Vertrauen in den Menschen hat. Er erleidet durch eine solche Haltung in einem Massenzuchtbetrieb nicht nur äußerliche Beschwerden, sondern auch seelische Schäden.

Tierschutzverein

Tierschutzvereine bemühen sich tagtäglich darum, in Not geratene Hunde aus schlechten Lebensverhältnissen zu übernehmen und ihnen eine artgerechte Haltung zu ermöglichen. Verfügen die Vereine über kein eigenes Tierheim, werden die in Not geratenen Hunde dann an Pflegefamilien übergeben, die sich liebevoll um sie kümmern, bis für sie ein endgültiges Zuhause gefunden ist.

Der Tierschutzverein Aussie in Not e.V. unterstützt den Australian Shepherd in Not und sucht für ihn eine neue Pflegefamilie.

Tierheim

Auch Tierheime bieten einem in Not geratenen Australian Shepherd Welpen und anderen Tieren eine Unterkunft. Hier ist es einem zukünftigen Hundebesitzer möglich, den Australian Shepherd in Not vorab in Ruhe kennenzulernen. Ein ausgewachsener Australian Shepherd aus dem Tierheim besitzt bereits einen ausgeprägten Charakter, mit dem man sich durch regelmäßige Spaziergänge einfach vertraut machen kann.

Schutzgebühr

Bei der Adoption ist ein Hund in Not aus einem Tierheim in der Regel bereist kastriert, untersucht und geimpft. Um diese Kosten zu decken und anderen Tieren in Not zu helfen, wird eine Schutzgebühr vom Tierheim verlangt! Einen reinrassigen Australian Shepherd oder Mini Australian Shepherd in Not, vermitteln Tierheime oft sehr schnell, daher sollte man sich diesbezüglich auf vorgesehenen Tierschutzvereinsseiten öfter und regelmäßig umsehen!

Kauf & Zucht

Wenn die Entscheidung getroffen wird einen Australian Shepherd Welpen oder einen Mini Australian Shepherd zu kaufen, erwartet einen viel mehr als nur ein kleiner süßer Welpe. Zunächst sollte man einen aktiven Hund wie den Australian Shepherd bei einem seriösen Züchter mit Papieren kaufen und mögliche Tierkleinanzeigen von privaten Händlern im Internet vermeiden. Auch in den Tierheimen oder Tierschutzvereinen in Ihrer Umgebung können durchaus auch immer wieder die ein oder anderen reinrassige Australian Shepherd Welpen auf ein neues Zuhause warten. Das Nachfragen lohnt sich daher in jedem Falle.

Auch der Mini Australian Shepherd ist derzeit sehr beliebt. Die Entstehung des Mini Australian Shepherd geht genauso weit zurück wie die seines großen Bruders. Immer wieder tauchte ein kleiner Australian Shepherd in Dokumenten und Fotografien auf. Einige Besitzer und Züchter wünschen sich den kleineren Mini Australian Shepherd, da er den tollen Charakter des Australian Shepherd in einer handlicheren Form verkörpert. Zwischenzeitlich gibt es Register und Zuchtvereinigungen für den Mini Australian Shepherd.

Australian Shepherd Zucht

Ein seriöser Züchter entscheidet über die Gesundheit und den Charakter eines Australian Shepherd Welpen und dabei sollte der Züchter einige Regeln berücksichtigen. Diese vorgeschriebenen Regeln, der sog. Rassestandard, beziehen sich dabei sowohl auf die äußere Erscheinung, als auch auf den speziellen Charakter. Bei einer professionellen Zucht eines seriösen Australian Shepherd oder Mini Australian Shepherd Züchters wird darauf geachtet, das gewünschte Wesen beizubehalten und es an die nächste Generation weiter zu vererben. Nur so kann man den freundlichen Charakter auch zukünftig bei Australian Shepherd Welpen erhalten.

Gerade bei der Zucht von Australian Shepherd Welpen, bei denen die ein oder andere genetisch bedingte Krankheit auftreten kann, sollte auf die Gesundheit besonderer Wert gelegt werden. Einige seriöse Züchter überprüfen vor der Wurfplanung durch Röntgen und Ultraschall, ob die Elterntiere der Welpen gesund sind. Dabei werden die Atemwege, inneren Organe, Skelett, Haut, Augen und Zähne des Australian Shepherds vor dem Gebrauch zur Zucht kontrolliert. Einige Züchter lassen zwischenzeitlich ein DNA-Profil ihrer Zuchthunde erstellen, um mehr Kontrolle über die Verbreitung etwaiger genetischer Krankheitsrisiken zu haben.

Wichtig ist ebenfalls, dass beim Australian Shepherd die Haarfarbe Merle mit Merle keinesfalls verpaart wird. Bei Australian Shepherd Welpen können ansonsten schwere Defekte wie Blindheit oder Taubheit auftreten!

Genetische Risiken

Leider ist der Australian Shepherd nicht vor genetischen Erkrankungen gefeit:

  • Augenkrankheiten

Progressive Retinaatrophie (PRA): PRA ist eine fortschreitende Sehverschlechterung, sie endet stets mit der Erblindung des Australian Shepherds.

  • Collie Eye Anomalie (CEA): Bei der CEA sind ein oder beide Augen betroffen, Aderhaut oder Netzhaut zeigen eine Entwicklungsstörung. Je nach Schwere der Erkrankung ist das Sehvermögen vermindert.
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)

Die Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, der Oberschenkelkopf besitzt eine gesteigerte Beweglichkeit. Es kommt zu Reizungen der Knochenhaut. Der Schweregrad der HD kann durch Haltung und Fütterung beeinflusst werden.

  • Pelger Huet Anomalie (PHA)

Darunter wird eine Funktionsstörung der Leukozyten bezeichnet. Ist der Australian Shepherd betroffen, so zeigt er schwere Missbildungen. Viele PHA-Hunde sterben bereits in der Gebärmutter ab oder sterben direkt nach der Geburt.

  • MDR-1 Defekt

Durch das Fehlen eines bestimmten Transporters kann es beim Australian Shepherd mit MDR-1 Defekt zu starken toxischen Nebenwirkungen bei der Verabreichung bestimmter Medikamente kommen. Um diese Lebensgefahr zu vermeiden, wird angeraten beim Australian Shepherd einen Gentest mittels Blutprobe durchführen zu lassen.

Zucht-Verbände und Bezug

Um einen seriösen Züchter für Australian Shepherd Welpen zu finden, erkundigen Sie sich am besten über die offiziellen Portale des Club für Australian Shepherd Deutschland e.V. oder natürlich beim VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen). Weitere Infos zum Australian Shepherd finden Sie hier. Informieren Sie sich ausführlich über den Züchter und dessen Welpen, bevor Sie einen Australian Shepherd kaufen.

Grundlagen zur Welpenabgabe

Informieren Sie sich vorab genau über den Züchter und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sehen Sie das Muttertier der Welpen?
  • Ist der Preis für den Welpen vergleichbar mit dem Preis bei anderen Züchtern?
  • Wo und wie werden die Welpen verkauft?
  • Stellt der Verkäufer Ihnen Fragen zu Ihren Wohn- und Lebensumständen?
  • Gibt es einen rechtmäßigen Kaufvertrag für den Welpen?
  • Wie sehen die Welpen aus?
  • Hat der Züchter sich auf den Australian Shepherd spezialisiert?
  • Berät der Züchter Sie bezüglich des Australian Shepherd Welpen und zeigt auch negative Dinge auf?