Labrador Retriever

FCI Klasse:
Gruppe 8 - Apportierhunde - Stöberhunde - Wasserhunde
Normalgewicht:
Männlich: 29-36 kg, Weiblich: 25-32 kg
Normalgröße:
Männlich: 56-57 cm, Weiblich: 54-56 cm
Fell-Pflegebedarf:
Farbe:
einfarbig Schwarz, Gelb oder Leber- bzw. Schokoladenbraun
Fellbeschaffenheit:
kurz
Hundeerfahrung / Erziehbarkeit:
Zeitlicher Aufwand:
Art der Beschäftigung:
Wasserspiele, Apportierübungen, Dummy-Training, Obedience, Rallye-Obedience, Mantrailing
Familientauglichkeit:
Lebenserwartung:
11-13 Jahre

Portrait

Weltkarte Neufundland

Herkunft und Zweck

Der Labrador Retriever stammt ursprünglich aus dem Süden Neufundlands und wurde von englischen Fischern nach England gebracht. Schon damals war er ein begabter Wasserhund. Der Labrador besitzt noch heute das wasserabweisende Fell und die sog. Otterrute - das macht ihn zum begnadeten Schwimmer! Seine hervorragende Apportierfähigkeit wurde damals intensiv für die Jagd eingesetzt. Dennoch ist der Labrador keine sehr alte Rasse, denn der Rasseverband wurde erst 1916 gegründet. Heutzutage ist der Labrador eine sehr beliebte Hunderasse.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Labrador ist ein kräftig gebauter, mittelgroßer Hund mit breitem Kopf und deutlichem Stopp. Ein rassetypisches Merkmal stellt die "Otterrute" dar: sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend, rundherum mit kurzem dickem Fell bedeckt. Auch das stockhaarige Haarkleid zeigt ein für diese Rasse typisches Erscheinungsbild: kurz, dicht, hart, nicht wellig, mit guter Unterwolle.

Charakter & Wesen

Schon Labrador Welpen zeichnen sich nicht nur durch den überaus freundlichen Charakter gegenüber Mensch und Tier aus, sondern auch durch die Lernfähigkeit und hohe Intelligenz. Der Labrador wird gern artgerecht und ausführlich beschäftigt. Diese Hunde sind äußerst verspielt und aufgrund ihrer ursprünglichen Bestimmung liegt ihnen vor allem das Apportieren im Blut. Der Labrador Retriever ist ein passionierter Wasserhund, der mit größter Vorliebe schwimmt, taucht und aus dem Wasser apportiert. Er kommt gut mit verschiedenen Situationen zurecht und ist stets bemüht, seinem Menschen zu gefallen. Ein Labrador liebt in der Regel Kinder und ist daher auch für Familien gut geeignet. Der Labrador ist keinesfalls bewegungsfaul, stattdessen erfreut er sich daran, wenn er überallhin mitgenommen wird oder mit seinem Besitzer viel erleben darf. Der Labrador ist sehr arbeitswillig und wird daher auch oft als Arbeitshund ausgebildet. Sehr häufig wird er als Rauschgiftspürhund, Mienensuchhund, Rettungshund, Lawinenhund oder Blindenführhund eingesetzt.

Bildergalerie

Was der Labrador Retriever braucht

Labrador Retriever Ernährung

Der Labrador ist eine große und aktive Hunderasse und hat somit einen hohen Energiebedarf aus einem hochwertigen Futter. Achten Sie darauf, dass er jedoch nicht zu viel Futter zu sich nimmt, denn Labrador Retriever sind begeisterte Fresser und nehmen sehr schnell zu. Bleiben Sie konsequent und füttern Sie nur so viel wie Ihr Liebling braucht.

Errechnen Sie doch den Bedarf Ihres Hundes, abhängig von seinem Aktivitätsgrad, Geschlecht und Alter, mit unserem Futterberater.

Labrador Retriever Zubehör

Der Labrador wurde gezüchtet, um bei der Jagd Wassergeflügel zu apportieren. Deshalb eignen sich solche Apportierspielzeuge besonders für diese Rasse. Da der Labbi ein wilder und schneller Fresser ist und nach der Fütterung auch gerne direkt wieder tobt, muss bei dieser Rasse das Risiko einer Magendrehung beachtet werden. Futternäpfe, die am Boden stehen, werden mittlerweile eher empfohlen als erhöhte Konstruktionen. Denn bei der Fütterung in Kopfhöhe wird schneller gefressen und mehr Luft abgeschluckt. Fütterung und Erziehung können auch toll mit einem Dummy verbunden werden, wodurch auf unnötige Leckerlis verzichtet werden kann. Labrador Welpen lernen mit Hilfe von Spielzeug sogar noch schneller als mit Futter.

Labrador Retriever Gesundheit & Pflege

Der Labrador ist eine sehr pflegeleichte und gesunde Rasse. Krankheiten beim Labrador entstehen daher meist entweder durch eine falsche Hundehaltung oder sind die Folge einer Vererbung. Einmal Bürsten pro Woche ist meistens ausreichend, hierzu empfiehlt sich eine einfache Stoffbürste für die kurzhaarige Hunderasse.

Labrador Retriever in Not

Da der Labrador so eine beliebte Rasse ist, gibt es leider auch viele private Vermehrer und illegale Hundehändler, die aus diesen gutmütigen Tieren Profit schlagen wollen. Dem Massenzüchter geht es nicht darum, gesunde, langlebige Labrador Welpen zu züchten, sondern allein um eine schnelle, kostengünstige „Produktion“. Diese Hunde in Not werden für die Massenzucht in Käfigen gehalten. Von einer artgerechten Haltung kann also kaum die Rede sein. Labrador Hunde zeichnen sich durch einen sehr menschenbezogenen und freundlichen Charakter aus, sodass sie hohes Vertrauen in den Menschen haben. Sie erleiden durch eine solche Haltung in einem Massenzuchtbetrieb nicht nur äußerliche Beschwerden, sondern auch seelische Schäden.

Tierschutzverein

Tierschutzvereine bemühen sich tagtäglich darum, in Not geratene Hunde aus schlechten Lebensverhältnissen zu übernehmen und ihnen eine artgerechte Haltung zu ermöglichen. Verfügen die Vereine über kein eigenes Tierheim, werden die in Not geratenen Hunde dann an Pflegefamilien übergeben, die sich liebevoll um sie kümmern, bis für sie ein endgültiges Zuhause gefunden ist. Der Tierschutzverein Retriever in Not unterstützt Labrador Hunde und sucht für sie eine neue Pflegefamilie.

Tierheim

Auch Tierheime bieten in Not geratenen Labbis und anderen Tieren eine Unterkunft. Hier ist es einem zukünftigen Hundebesitzer möglich, den Labrador in Not vorab in Ruhe kennenzulernen. Ein ausgewachsener Hund aus dem Tierheim besitzt bereits einen ausgeprägten Charakter, mit dem man sich durch regelmäßige Spaziergänge einfach vertraut machen kann.

Schutzgebühr

Bei der Adoption ist ein Hund aus einem Tierheim in der Regel bereist kastriert, untersucht und geimpft. Um diese Kosten zu decken und anderen Tieren in Not zu helfen, wird eine Schutzgebühr vom Tierheim verlangt! Einen reinrassigen Labrador in Not vermitteln Tierheime oft sehr schnell, daher sollte man sich diesbezüglich auf vorgesehenen Tierschutzvereinsseiten öfter und regelmäßig umsehen!

Kauf & Zucht

Wenn Sie die Entscheidung treffen, einen Labrador Welpen zu kaufen, erwartet Sie viel mehr als nur ein kleiner süßer Hund. Zunächst sollten Sie einen charakterstarken, großen Hund wie den Labrador bei einem seriösen Züchter mit Papieren kaufen und mögliche Tierkleinanzeigen von privaten Händlern im Internet vermeiden. Auch in den Tierheimen oder Tierschutzvereinen in Ihrer Umgebung können durchaus auch immer wieder reinrassige Labrador Welpen auf ein neues Zuhause warten. Das Nachfragen lohnt sich daher in jedem Falle.

Labrador Retriever Zucht

Ein seriöser Züchter entscheidet über die Gesundheit und den Charakter eines Labradors und dabei sollte er einige Regeln berücksichtigen. Diese vorgeschriebenen Regeln, der sog. Rassestandard, beziehen sich dabei sowohl auf die äußere Erscheinung als auch auf seinen speziellen Charakter. Bei einer professionellen Labrador Zucht eines seriösen Züchters wird darauf geachtet, das gewünschte Wesen des Labradors beizubehalten und es an die nächste Generation weiter zu vererben. Nur so kann man den freundlichen Charakter des Labradors auch zukünftig erhalten.

Genetische Risiken

Generell gilt der Labdrador Retriever als gesunde Rasse. Gelegentlich können jedoch genetische Erkrankungen vorkommen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
    Die Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, der Oberschenkelkopf besitzt eine gesteigerte Beweglichkeit. Es kommt zu Reizungen der Knochenhaut. Der Schweregrad der HD kann durch Haltung und Fütterung beeinflusst werden.
  • Ellenbogengelenksdysplasie (ED)
    Als ED wird eine Fehlbildung des Ellenbogens bezeichnet. Erkrankte Hunde zeigen oftmals eine Auswärtsstellung der Vorderpfoten. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer hochgradigen Lahmheit, später kann es zu einer Rückbildung der Muskeln sowie Arthrosen kommen.
  • Katarakt (Grauer Star)
    Hierbei wird die Linse im Auge immer trüber und das Sehen mehr und mehr eingeschränkt, bis zur Erblindung. Neben vielen anderen medizinischen Gründen können v.a. beim Jungtier genetische Faktoren eine Ursache sein.
  • Generalisierte progressive Retinaatrophie oder Progressive Rod Cone Disease (GPRA oder PRCD)
    Die Netzhaut erscheint bei der Geburt normal und beginnt beim Labrador typischerweise in einem Alter von drei bis vier Jahren mehr oder weniger schnell zu degenerieren. Das Endstadium ist die völlige Erblindung.
  • Retinadysplasie (RD)
    Die Retinadysplasie ist eine Fehlentwicklung in der Netzhaut. Sie kann zur Beeinträchtigung des Sehens bzw. Blindheit führen.

Zucht-Verbände und Bezug

Um einen seriösen Züchter zu finden, erkundigen Sie sich am besten über die offiziellen Portale des Labrador Club Deutschland e.V., des Deutschen Retriever Club e. V. oder natürlich beim VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen).

Grundlagen zur Welpenabgabe

Informieren Sie sich vorab genau über den Züchter und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sehen Sie das Muttertier der Labrador Welpen?
  • Ist der Preis vergleichbar mit dem Preis bei anderen Züchtern?
  • Wo und wie werden die Welpen verkauft?
  • Stellt der Verkäufer Ihnen Fragen zu Ihren Wohn- und Lebensumständen?
  • Gibt es einen rechtmäßigen Kaufvertrag?
  • Wie sehen die Labrador Welpen aus?
  • Hat der Züchter sich auf den Labrador spezialisiert?
  • Berät der Züchter Sie und zeigt auch negative Dinge auf?