FCI Klasse:
Gruppe 9 - Gesellschafts- und Begleithunde
Normalgewicht:
Männlich: 10-14 kg, Weiblich: 10-12 kg
Normalgröße:
Männlich: 45-60 cm, Weiblich: 45-60 cm
Fell-Pflegebedarf:
Farbe:
Schwarz, Weiß, Braun, Silbergrau und Apricot
Fellbeschaffenheit:
kurz, lang, lockig, wenig haarend
Hundeerfahrung / Erziehbarkeit:
Zeitlicher Aufwand:
Art der Beschäftigung:
Apportieren, Hilfshund, Kunststücke
Familientauglichkeit:
Lebenserwartung:
12-15 Jahre

Portrait

Weltkarte Frankreich

Herkunft und Zweck

Pudelliebhaber versuchen immer wieder die Herkunftsgeschichte des Pudels genau zu ergründen. Leider bisher ohne wirklichen Erfolg. Bis heute konnte die genaue Herkunft des Pudels nie eindeutig geklärt werden und sie wird daher wohl das Geheimnis dieser eleganten und vielseitigen Hunderasse bleiben.

Es mangelt allerdings nicht an Vermutungen und Legenden, wie der Pudel entstanden sein könnte. Darin spielen immer seine charakteristischen Merkmale eine Rolle: das lockige Haar, sein außergewöhnliches Wesen und seine Liebe zum Wasser. So wird zum Beispiel die These vertreten, dass der Pudel aus einer Kreuzung von Jagdhunden und den sogenannten Wasserhunden entstanden sei, die im 6. Jahrhundert durch die Mauren von Nordafrika nach Europa gebracht worden waren. Der Ursprung des Namens "Pudel" lässt sich auf seine große Liebe zum Wasser zurückführen. Er ist dem altdeutschen Ausdruck „Pfudel“ angelehnt, was ehemals dem heutigen Wort „Pfütze“ entspricht. Der Zwergpudel ist mittlerweile die beliebteste Variante geworden.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Pudel ist ein harmonischer, gut proportionierter Hund mit charakteristisch gelocktem Haarkleid. Er ist ein Hund, der Eleganz und Stolz ausstrahlt. Der Pudel hat einen tänzelnden und leichtfüßigen Gang.

Beim Pudel werden vier Unterarten der Größe nach unterschieden: der Toypudel mit unter 28 cm, der Zwergpudel von 28 cm bis 35 cm, der Kleinpudel von 35 bis 45 cm und der Großpudel von 45 - 60 cm. Der Großpudel wird auch als Königspudel bezeichnet.

Sein Fell darf in verschiedenen Farbvarianten ausgeprägt sein, nämlich schwarz, weiß, braun, silber, apricot und rot. Alle Farben müssen einheitlich sein und dürfen keine weißen Flecken aufweisen.

Charakter & Wesen

Der Pudel ist originell, sehr gelehrig, stets wachsam und besticht durch seine anmutige, stolze Erscheinung. Diese kommt in der Bewegung durch sein tänzelndes Gangwerk noch mehr zur Geltung. Seine Augen sind dunkel und leicht mandelförmig. Pudel zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie kinderlieb, charmant und einfallsreich sind. Pudel sind äußerst feinfühlige Hunde, die sich in kürzester Zeit dem Temperament und der Stimmung ihres Halters anpassen können. Zudem besitzen sie ein eher ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Pudel sind sehr intelligente Hude, die großen Spaß am Erlernen neuer Dinge haben. Allerdings sollten Sie sich auch des Schutztriebs bewusst sein, über den ein Pudel in der Regel verfügt.

Bildergalerie

Was der Pudel braucht

Pudel Ernährung

Generell stellt ein Pudel im Bezug auf die Fütterung keine besonderen Ansprüche. Es ist daher Ihre Entscheidung, ob Sie Ihren Pudel lieber mit Trockenfutter, Nassfutter oder Frischfutter ernähren möchten. Wichtig ist nur, dass das Futter alle wichtigen Nährstoffe wie Kohlehydrate, Fettsäuren, Eiweiß, Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe beinhaltet – in der Menge abgestimmt auf Alter, Gewicht und Größe des jeweiligen Pudels.

Ein Zwergpudel braucht ein Futter für kleine Hunde. Bei einem Königspudel ist vor allem in der Wachstumsphase ein Futter für Welpen großer Rassen wichtig. So kann ein langsames Wachstum sichergestellt werden und die Knochen und Gelenke werden nicht unnötig belastet. Es gibt von manchen Herstellern speziell auf die verschiedenen Hunderassen abgestimmtes Trockenfutter. Das Royal Canin Breed Poodle zum Beispiel ist eine sichere Wahl, wenn Sie möchten, dass der Pudel optimal versorgt wird.

Pudel Zubehör

Für den Pudel sind – wie für jeden anderen Hund – zum Ausführen ein Halsband oder auch Geschirr sowie eine Leine notwendig. Das Halsband oder Geschirr sollte in der richtigen Größe gewählt werden, es sollte nicht drücken oder gar einschneiden. Ebenfalls sollte die Breite des Halsbands nicht zu knapp bemessen sein. Der Königspudel lässt sich sicher mit einem Halsband führen. Für kleinere Varianten wie den Toypudel oder den Zwergpudel ist ein Geschirr besser geeignet.

Wie jeder Hund freut sich auch ein Pudel über hundegerechtes Zubehör. Dazu gehören ein Napf, eine Schlafdecke und ein geeignetes Körbchen. Eine für das Pudelfell geeignete Bürste sowie eine Fell- als auch Krallenschere sollten ebenfalls als Zubehör in jedem Pudelbesitzer-Haushalt zu finden sein.

Für eine aktive und intelligente Hunderasse wie den Pudel werden verschiedene Spielsachen benötigt. Besonders Intelligenzspielzeuge, bei denen der schlaue Pudel sein Köpfchen anstrengen darf, sind bei den klugen Vierbeinern äußerst beliebt. Je nach Größe benötigt ein Zwergpudel natürlich anderes Spielzeug als ein Königspudel.

Pudel Gesundheit & Pflege

Das längere, lockige Fell des Pudels benötigt eine etwas intensivere Pflege. Regelmäßiges Bürsten mit einer Fellbürste ist unerlässlich. Eine regelmäßige Schur ist vor allem im Sommer sinnvoll. Eine Vernachlässigung der Fellpflege kann beim Pudel unter anderem Hautkrankheiten oder Entzündungen zur Folge haben. Gleichzeitig kann bei der täglichen Fellpflege das Haarkleid auf Parasiten untersucht werden. Ohren, Augen und Zähne sowie das Zahnfleisch sollten auch beim Pudel regelmäßig kontrolliert werden.

Pudel in Not

Da vor allem der Zwergpudel so eine beliebte Rasse ist, gibt es leider auch viele private Vermehrer und illegale Hundehändler, die aus diesen liebevollen Tieren Profit schlagen wollen. Dem Massenzüchter geht es nicht darum, gesunde, langlebige Zwergpudel Welpen zu züchten. Ihm geht es allein um eine schnelle, kostengünstige „Produktion“. Diese Hunde in Not werden für die Massenzucht in Käfigen gehalten. Von einer artgerechten Haltung der Pudel Welpen kann also kaum die Rede sein. Der Pudel zeichnet sich durch einen sehr menschenbezogenen, treuherzigen und intelligenten Charakter aus, sodass er hohes Vertrauen in den Menschen hat. Er erleidet durch eine solche Haltung in einem Massenzuchtbetrieb nicht nur äußerliche Beschwerden, sondern auch seelische Schäden.

Tierschutzverein

Tierschutzvereine bemühen sich tagtäglich darum, in Not geratene Hunde aus schlechten Lebensverhältnissen zu übernehmen und ihnen eine artgerechte Haltung zu ermöglichen. Verfügen die Vereine über kein eigenes Tierheim, werden Pudel in Not dann an Pflegefamilien übergeben, die sich liebevoll um sie kümmern, bis für sie ein endgültiges Zuhause gefunden ist.

Tierheim

Auch Tierheime bieten einem Pudel in Not und anderen Tieren eine Unterkunft. Hier ist es einem zukünftigen Hundebesitzer möglich, den Pudel in Not vorab in Ruhe kennenzulernen. Ein ausgewachsener Königspudel aus dem Tierheim besitzt bereits einen ausgeprägten Charakter, mit dem man sich durch regelmäßige Spaziergänge einfach vertraut machen kann.

Schutzgebühr

Bei der Adoption ist ein Hund in Not aus einem Tierheim in der Regel bereits kastriert, untersucht und geimpft. Um diese Kosten zu decken und anderen Tieren in Not zu helfen, wird eine Schutzgebühr vom Tierheim verlangt. Einen reinrassigen Pudel in Not vermitteln Tierheime oft sehr schnell, daher sollte man sich diesbezüglich auf vorgesehenen Tierschutzvereinsseiten öfter und regelmäßig umsehen.

Kauf & Zucht

Sie möchten einen Pudel kaufen? Dann sollten Sie nur einen Hund bei einem Züchter mit Papieren kaufen und mögliche Tierkleinanzeigen von privaten Händlern im Internet vermeiden. Auch in den Tierheimen oder Tierschutzvereinen in Ihrer Umgebung kann durchaus auch immer wieder der ein oder andere Pudel in Not auf ein neues Zuhause warten. Das Nachfragen lohnt sich daher in jedem Fall.

Pudel Zucht

Ein seriöser Pudel Züchter entscheidet über die Gesundheit und den Charakter eines Pudel Welpen und sollte dabei einige Regeln berücksichtigen. Diese vorgeschriebenen Regeln, der sogenannte Rassestandard, beziehen sich dabei sowohl auf die äußere Erscheinung als auch auf den speziellen Charakter. Rassestandards beim Zwergpudel sind andere als die beim Königspudel. Bei einer professionellen Zucht wird darauf geachtet, das gewünschte Wesen beizubehalten und es an die nächste Generation weiter zu vererben. Nur so kann man den freundlichen Charakter zukünftig erhalten.

Genetische Risiken

Der Pudel zählt im Großen und Ganzen zu den gesündesten Hunderassen. Dennoch kommt gelegentlich die ein oder andere genetisch bedingte Krankheit vor.

  • Patella-Luxation

Eine Patellaluxation ist eine Anomalie des Kniegelenks, begründet in einer genetischen Fehlstellung des Kniegelenks. Die Kniescheibe (Patella) springt dabei aus der Führung und der Pudel beginnt zu humpeln – zumindest bis die Kniescheibe wieder in die richtige Position zurückgesprungen ist. Die Krankheit wird je nach Schwere in Grade eingeteilt. Eine OP ist bei schwereren Graden meist erforderlich.

  • Katarakt (Grauer Star)
    Hierbei wird die Linse im Auge immer trüber und das Sehen mehr und mehr eingeschränkt. Die Erkrankung kann zur Erblindung führen. Neben vielen anderen medizinischen Gründen können v.a. beim Jungtier genetische Faktoren eine Ursache sein.
  • Ohrenentzündungen
  • Epilepsie

    Unter Epilepsie versteht man wiederkehrende Krampfanfälle, die ohne erkennbare Ursache ausgelöst werden. Typischerweise ändert sich das Verhalten, der Pudel reagiert verwirrt, ängstlich oder aggressiv. Ebenfalls können sich die Krampfanfälle auf motorische und autonome Funktionen auswirken.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)

    Die Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, der Oberschenkelkopf besitzt eine gesteigerte Beweglichkeit. Es kommt zu Reizungen der Knochenhaut. Der Schweregrad der HD kann durch Haltung und Fütterung beeinflusst werden.

  • Augenerkrankungen

    Progressive Retinaatrophie (PRA): PRA ist eine fortschreitende Sehverschlechterung, sie endet stets mit der Erblindung des Pudels.

    Retinadysplasie (RD): Die Retinadysplasie ist eine Fehlentwicklung in der Netzhaut. Sie kann zur Beeinträchtigung des Sehens bzw. gar zur Blindheit führen.

Zucht-Verbände und Bezug

Ein guter Pudel Züchter zeichnet sich durch eine artgerechte und selektive Welpenzucht aus. Der VDH schreibt dabei gewisse Standards für die Pudelzucht vor. Ein ängstlicher oder aggressiver Pudel gehört nach diesen Vorgaben nicht in die Zucht und würde daher die notwendige Zuchtzulassung nicht erhalten.

Ein guter Züchter wird nur Pudel mit gutem Charakter, robuster Gesundheit und rassetypischem Aussehen verpaaren. Das Resultat dieser Selektion: Gesunde und charakterstarke Pudelwelpen, die dem Rassestandard des Zuchtverbands entsprechen. Auch Züchter, die unter anderen Rasseverbänden züchten, können gesunde und wesensfeste Pudel hervorbringen. In jedem Fall sollten Sie sich die Zuchtvorgaben des Verbands zeigen lassen und selbst beurteilen, ob die dort gemachten Vorgaben und Richtlinien zum Rassestandard und den vorgeschriebenen Gesundheitskriterien streng genug sind.

Grundlagen zur Welpenabgabe

Informieren Sie sich vorab genau über den Pudel Züchter und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sehen Sie das Muttertier der Pudel Welpen?
  • Ist der Preis für den Welpen vergleichbar mit dem Preis bei anderen Züchtern?
  • Wo und wie werden die Welpen verkauft?
  • Stellt der Verkäufer Ihnen Fragen zu Ihren Wohn- und Lebensumständen?
  • Gibt es einen rechtmäßigen Kaufvertrag für den Welpen?
  • Wie sehen die Pudel Welpen aus?
  • Hat der Züchter sich auf eine Pudelvariante z.B. den Zwergpudel spezialisiert?
  • Berät der Züchter Sie bezüglich des Pudels sowie den Welpen und zeigt auch negative Dinge auf?