Yorkshire Terrier

FCI Klasse:
Gruppe 3 - Terrier
Normalgewicht:
Männlich: 3,5 kg, Weiblich: 3,2 kg
Normalgröße:
Männlich: 17 cm, Weiblich: 16 cm
Fell-Pflegebedarf:
Farbe:
dunkles Stahlblau; nicht vermischt mit falbfarbenem, bronzefarbenem oder dunklem Haar
Fellbeschaffenheit:
lang, lockig
Hundeerfahrung / Erziehbarkeit:
Zeitlicher Aufwand:
Art der Beschäftigung:
Begleithund, Intelligenzspielzeug
Familientauglichkeit:
Lebenserwartung:
13-16 Jahre

Portrait

Weltkarte England

Herkunft und Zweck

Der Yorkshire Terrier stammt aus Nordengland und wurde Ende des 19. Jahrhunderts in der Grafschaft Yorkshire gezüchtet. Zu diesem Zeitpunkt wurden noch Yorkshire Terrier in unterschiedlichen Größen gezüchtet. Sie dienten damals der Ratten- und Mäusebereinigung innerhalb der Industriestädte. Gleichzeitig wurde der Yorkshire Terrier auch zur illegalen Kaninchenjagd eingesetzt. Heutzutage gilt er als Gesellschafts-und Begleithund.

Allgemeines Erscheinungsbild

Das lange und glatte Haar des Yorkshire Terriers, das manchmal auf dem Boden schleift, ist ein typisches Merkmal dieser besonderen Hunderasse. Die Fellfarben werden nicht vermischt, das dunkle Stahlblau des Haupthaars lässt sich eindeutig vom hellen Goldbraun an Brust, Kopf und Beinen trennen. Die V-förmigen Ohren dürfen zudem nicht weit auseinander stehen und sind hoch angesetzt. Die Größe des „Yorkis“ kann variieren, jedoch werden die kleineren Yorkshire Terrier bevorzugt.

Im Gegensatz zum Yorkshire Terrier ist der Biewer Yorkshire Terrier dreifarbig schwarz, gold und weiß. Die Farbaufteilung beim Biewer Yorkshire Terrier sollte möglichst gleichmäßig sein. Das Fell ist seidig, glatt und ohne Unterwolle und genauso lang wie beim Yorkshire. Der Biewer Yorkshire Terrier wiegt 1,8 bis maximal 3,6 kg und ist ca. 22 cm hoch. Die Pfoten sind beim Biewer Yorkshire Terrier weiß. Seine Rute ist weiß oder schwarz-weiß, die Rutenspitze jedoch immer weiß.

Charakter & Wesen

Der Yorkshire Terrier ist mittlerweile eine sehr beliebte Kleinhundrasse. Trotz seiner kleinen Größe besitzt er großen Mut und ein starkes Selbstbewusstsein, sodass er auch eine ausgeprägte Wachsamkeit zeigt. Bevorzugt wird der Yorkshire Terrier durchaus auch von kleineren Haushalten in städtischen Umgebungen. Sein lebhaftes und kluges Wesen sowie der Vorteil, dass der Yorkshire Terrier trotz seines langen Fells nicht viel haart, machen ihn zum idealen Begleiter und Spielkameraden.

Bildergalerie

Was der Yorkshire Terrier braucht

Yorkshire Terrier Ernährung

Ein ausgewachsener Yorkshire Terrier benötigt ausgewogenes Futter, das alle für einen erwachsenen Hund wichtigen Nährstoffe enthält.

Da der Biewer Yorkshire Terrier und der normale Yorkshire häufig eher im städtischen Umfeld gehalten werden und leider oftmals nicht genug Bewegung bekommen, sollte das Futter nicht zu kalorienreich sein. Manche Yorkshire Hunde tendieren auch zu einer sensiblen Verdauung und vertragen Futter mit leicht verdaulichen Energiequellen wie Hühnchen und Reis besser.  

Bei Welpen-und Junghunden ist es wichtig, passendes Futter auszuwählen.

Yorkshire Terrier Zubehör

Yorkshire Terrier sind sehr pflegeintensiv, deshalb sollten Sie sich mit Entfilzungssprays, Kämmen, Shampoo und Schermaschine ausstatten, um das schöne Fell zu erhalten. Da diese Rasse kaum Unterwolle besitzt, ist ein Hundemantel in der Kälte sehr empfehlenswert. Hübsche Halsbänder oder Haarspangen werden gerne zur Zierde verwendet, zum Gassigehen ist aber ein Geschirr aufgrund des zierlichen Körperbaus besser geeignet. Auch eine dünne Leine, die nicht zu viel Eigengewicht hat, gehört zur Grundausstattung.

Yorkshire Terrier Gesundheit & Pflege

Das meist bodenlange Haar bedarf beim Yorkshire Terrier einer intensiven Pflege. Daher ist ein regelmäßiges Kämmen und Baden mit geeigneten Hundepflegemitteln Hauptvoraussetzung für die Pflege eines Yorkshire Terriers. Trotz des langen Fells haben Yorkshire Terrier keinen verstärkten, durch die Jahreszeiten bedingten Haarwechsel. Dennoch ist die nährstoffreiche Zusammensetzung im Futter ausschlaggebend für eine gesunde Haut und eine regulierte Verdauung, die beim Yorkshire Terrier ab und zu empfindlich ausfällt.

Yorkshire Terrier in Not

Der Yorkshire Terrier und der Biewer Yorkshire Terrier sind beliebte Modehunde und diese hohe Popularität hat einige Kehrseiten. Viele illegale Händler geben sich als Hundezüchter aus, um an schnelles Geld zu gelangen. Dabei wissen sie nur vage über die Abstammung der angebotenen Yorkshire Terrier Bescheid. Profit schlagen solche Massenvermehrungsstätten aus dem Hundeaufkauf durch Hundehändler, die zusätzlich auch noch Yorkshire Terrier aus ganz Europa importieren lassen, um diese so schnell wie möglich günstig zu verkaufen. Dem Käufer wird hierbei natürlich das Wesentliche über seinen Yorkshire Terrier verschwiegen und stattdessen Lügen erzählt. Solche Yorkshire Terrier werden bereits im Alter von 7 Wochen frühzeitig von ihren Müttern weggerissen, um sie als „Minis“ zu verkaufen. Allerdings existieren keine „Mini Yorkshire Terrier“ - höchstens Welpen in Not!

Tierschutzverein

Sowohl Tierschutzvereine als auch Tierheime bieten in Not geratenen Yorkshire Terriern eine Unterkunft, um die Tiere aus ihren schlechten Lebensverhältnissen zu befreien. Es gibt einige Tierschutzvereine, die sich ausschließlich um Yorkshire Terrier in Not kümmern. Die meisten Tierschutzverbände gehen intensiv gegen sogenannte Massenzüchter oder Hundehändler vor und raten dringend von einem Kauf solcher Yorkshire Terrier ab.

Auf den Seiten der Yorkshire-Hilfe e.V. und Yorkshire in Not können Sie sich über Yorkshire Terrier in Not informieren.

Tierheim

Das Tierheim trifft vor allem auf ausgesetzte Yorkshire Terrier, die je nach Situation der eigentlichen Besitzer ihr Zuhause verlieren und in einem Tierheim vorübergehend eine Unterkunft finden. Die Adoption eines Yorkshire Terriers in Not aus einem Tierheim bringt so manche Vorteile mit sich. Ein Yorkshire Terrier aus dem Tierheim ist oftmals bereits stubenrein und zeigt einen ausgereiften Charakter. Natürlich bietet das Tierheim auch die Möglichkeit den Yorkshire Terrier vorab ausreichend kennenzulernen.

Schutzgebühr

Das Tierheim sorgt zudem für die ersten wichtigen Behandlungen (Impfungen, Kastration, Chippen). Ist jemand bereit, einen Yorkshire Terrier in Not zu adoptieren, erhält dieser den Hund mit Papieren und gegen eine Schutzgebühr. Die Schutzgebühr dient dazu, die entstandenen Kosten zu decken und kommt auch anderen Vierbeinern in Not zugute.

Kauf & Zucht

Der einzig zuverlässigse Weg einen Yorkshire Terrier Welpen zu kaufen, führt über einen seriösen Züchter mit den entsprechenden Papieren. Einem professionellen Züchter liegt das Wohl seines Yorkshire Terrier Welpen sehr am Herzen. Zu beachten ist, dass Yorkshire Terrier Hündinnen im Gegensatz zu anderen Hunderassen nur ein bis maximal zwei Welpen gebären. Nicht nur die Verpflegung der Yorkshire Terrier durch ihren Züchter kostet Geld. Auch die Zuchtzulassungen, Deckgebühren, Wurfeintragungen, Impfungen und Ausfertigungen der Ahnentafeln gibt es nicht umsonst. Dies alles ist für eine anerkannte Yorkshire Terrier Welpen Zucht notwendig. Das Kaufen eines Yorkshire Terrier Welpen bei einem professionellen Züchter erweist sich anfänglich als teuer. Letztendlich spart es meist unnötige Tierarztkosten, die zum Beispiel bei einem Billigkauf durch bestimmte Erbkrankheiten des Tieres anfallen können.

Das ist auch das Problem beim Biewer Yorkshire Terrier oder beim sogenannten Mini Yorkshire Terrier. Diese Rassen sind nicht anerkannt, deshalb werden „Züchter“ auch nicht kontrolliert. Sie gehen beim Kauf eines Biewer oder Mini Yorkshire Terriers stets das Risiko ein, einen kranken Hund aus einer dubiosen Zucht zu erwerben.

Yorkshire Terrier Zucht

Der Rassestandard beinhaltet vorgeschriebene Zuchtregelungen, die von einem seriösen Züchter eingehalten werden müssen. Diese Regelungen sind notwendig, um die Gesundheit und den ausgeglichenen Charakter eines Yorkshire Terriers zu erhalten. Bei der seriösen Yorkshire Terrier Zucht wird darauf geachtet, dass die Hunde äußere Erscheinungsmerkmale sowie typische Charaktereigenschaften erfüllen und diese der Rasse somit erhalten bleiben.

Ein offiziell anerkannter Züchter würde jedoch niemals Biewer Yorkshire Terrier oder Mini Yorkshire Terrier züchten.

Genetische Risiken

Neben den häufig auftretenden Krankheiten beim Yorkshire Terrier haben sogenannte "Mini Yorkshire Terrier" meist ein besonders hohes Krankheitsrisiko.

Es gibt die Rasse Mini Yorkshire Terrier nämlich eigentlich nicht. Es werden entweder besonders junge Tiere mit falscher Altersangabe oder besonders schwache, klein gebliebene Tiere vermehrt und verkauft.

  • Hydrocephalus (Wasserkopf)

Bei einem sogenannten Hydrocephalus befindet sich eine krankhafte Ansammlung von Hirnwasser in den Ventrikeln des Gehirns. Der Druck, der dadurch entsteht, führt zu einer gesteigerten Welpensterblichkeit.

  • Nierendysplasie

Nierendysplasie ist ein Sammelbegriff für diverse Nierenerkrankungen. Meist haben die Nieren bei der Geburt eine normale Entwicklung, entarten aber im Laufe der Zeit. Mögliche Folge ist ein Nierenversagen.

  • Neigung zu Allergien
  • Patellaluxation

Eine Patellaluxation ist eine Anomalie des Kniegelenks, begründet in einer genetischen Fehlstellung des Kniegelenks. Die Kniescheibe (Patella) springt dabei aus der Führung und der Yorkshire Terrier beginnt zu humpeln – zumindest bis die Kniescheibe wieder in die richtige Position zurückgesprungen ist. Die Krankheit wird je nach Schwere in Grade eingeteilt. Eine OP ist bei schwereren Graden meist erforderlich.

  • Trachealkollaps

Beim Trachealkollaps fällt die Luftröhre zusammen, da die Knorpelspangen zu weich sind. Die Luftröhre wird dadurch verengt, es kann zu schweren Atemproblemen kommen.

  • Offene Fontanelle

Der Yorkshire Terrier besitzt bei Geburt einen offenen Schädel. Läuft alles wie geplant, so wächst dieses Loch in den ersten Lebenswochen wieder zu. Bleibt diese Öffnung jedoch, so besteht für den Yorkshire Terrier zeitlebens eine akute Lebensgefahr. Schon ein einziger Stoß auf das ungeschützte Gehirn kann tödlich sein!

Zucht-Verbände und Bezug

Seriöse Informationen zum Kauf eines Yorkshire Terriers erhalten Sie auf den Seiten des VDH, des 1. Deutschen Yorkshire-Terrier-Club e.V. sowie des Club für Yorkshire Terrier e.V..

Der Biewer Yorkshire Terrier ist weder von der FCI noch vom deutschen Klub für Terrier (KfT) anerkannt. Gleiches gilt für sogenannte Mini Yorkshire Terrier.

Grundlagen zur Welpenabgabe

Informieren Sie sich vorab genau über den Yorkshire Terrier Züchter und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sehen Sie das Muttertier der Welpen?
  • Ist der Preis für den Welpen vergleichbar mit dem Preis bei anderen Züchtern?
  • Wo und wie werden die Yorkshire Welpen verkauft?
  • Stellt der Verkäufer Ihnen Fragen zu Ihren Wohn- und Lebensumständen?
  • Gibt es einen rechtmäßigen Kaufvertrag, wenn Sie den Yorkshire kaufen?
  • Wie sehen die Welpen aus?
  • Hat der Züchter sich auf den Yorkshire Terrier spezialisiert?
  • Berät der Züchter Sie bezüglich des Welpen und zeigt auch negative Dinge auf?