Zwergpinscher

FCI Klasse:
Gruppe 2 - Pinscher und Schnauzer - Molosser - Schweizer Sennenhunde
Normalgewicht:
Männlich: 4-6 kg, Weiblich: 4-6 kg
Normalgröße:
Männlich: 25-30 cm, Weiblich: 25-30 cm
Fell-Pflegebedarf:
Farbe:
einfarbig Rot oder Schwarz mit rotem Brand
Fellbeschaffenheit:
kurz
Hundeerfahrung / Erziehbarkeit:
Zeitlicher Aufwand:
Art der Beschäftigung:
Begleithund, Mobility, Dog Dancing
Familientauglichkeit:
Lebenserwartung:
13 Jahre

Portrait

Weltkarte Deutschland

Herkunft und Zweck

Zwergpinscher, Miniatur Pinscher oder Rehpinscher - der kleine Bruder des Deutschen Pinschers und Dobermanns hat viele Namen. Heute ist der Zwergpinscher ein reiner Familien- und Begleithund und dank seiner Größe ein idealer Reisebegleiter. Dass er allerdings erst im 19. Jahrhundert zum Schosshündchen vornehmer Damen wurde und davor schwer schuften musste, ist heute kaum noch zu glauben. Als flinker Ratten- und Mäusefänger kam er auf Bauernhöfen und in Reitställen zum Einsatz und war dem Menschen ein äußerst nützlicher Gebrauchshund.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Zwergpinscher ist ein verkleinertes Ebenbild des Deutschen Pinschers. Allerdings sieht er nicht aus wie ein Zwergwuchs, sondern hat sich einen ausgewogenen und proportionalen Körperbau erhalten. Das Fell des Zwergpinschers kann satt schwarz mit rostbraunem Brand, hirschrot, rotbraun oder dunkelbraun sein, weswegen er auch Rehpinscher genannt wird.

Als Miniaturversion des Deutschen Pinschers hat er kein zwergenhaftes Äußeres, sondern ist proportional ausgewogen gebaut.

Charakter & Wesen

Der Zwergpinscher steht seinen Vettern Dobermann und Deutscher Pinscher in nichts nach. Wer davon ausgeht, dass der Zwergpinscher wenig Auslauf und Beschäftigung braucht, der irrt. Denn der Zwergpinscher ist ein temperamentvoller kleiner Gefährte, der geistige und körperliche Auslastung braucht. Sein selbstbewusstes Auftreten und sein Mut wird jeden Zwergpinscher Neuling überraschen. Fremden begegnet der Zwergpinscher eher misstrauisch und wachsam.

Bildergalerie

Was der Zwergpinscher braucht

Zwergpinscher Ernährung

Ein ausgewachsener Zwergpinscher benötigt ausgewogenes Futter, das alle für einen erwachsenen Hund wichtigen Nährstoffe enthält.

Bei Welpen-und Junghunden ist es wichtig, passendes Futter auszuwählen.

Zwergpinscher Zubehör

Da diese Rasse kaum Unterwolle besitzt, ist ein Hundemantel in der Kälte sehr empfehlenswert. Hübsche Halsbänder werden gerne zur Zierde verwendet, zum Gassigehen ist aber ein Geschirr aufgrund des zierlichen Körperbaus besser geeignet. Auch eine dünne Leine, die nicht zu viel Eigengewicht hat, gehört zur Grundausstattung.

Zwergpinscher Gesundheit & Pflege

Zwergpinscher sind sehr robuste und gesunde Hunde. Bei richtiger Haltung kann ein Zwergpinscher bis zu 17 Jahre alt werden. Der Zwergpinscher erfordert aufgrund seines kurzen Fells sehr wenig Pflege. Regelmäßiges Bürsten und Kontrollieren der Krallen und Zähne genügt in der Regel.

Zwergpinscher in Not

Der Zwergpinscher ist ein beliebter Modehund und diese hohe Popularität hat einige Kehrseiten. Viele illegale Händler geben sich als Hundezüchter aus, um an schnelles Geld zu gelangen. Dabei wissen sie nur vage über die Abstammung der angebotenen Zwergpinscher Welpen Bescheid. Profit schlagen solche Massenvermehrungsstätten aus dem Hundeaufkauf durch Hundehändler, die zusätzlich auch noch Zwergpinscher aus ganz Europa importieren lassen, um diese so schnell wie möglich günstig zu verkaufen. Dem Käufer wird hierbei natürlich das Wesentliche über seinen Zwergpinscher verschwiegen und stattdessen Lügen erzählt. Solche Tiere werden viel zu früh von ihren Müttern weggerissen, um sie als „Minis“ zu verkaufen. Allerdings existieren keine „Mini Zwergpinscher“, höchstens Babywelpen in Not!

Tierschutzverein

Tatsächlich existiert für den Zwergpinscher kein eigener Tierschutzverein, der sich ausschließlich in Not geratenen Zwergpinschern annimmt. Allerdings kümmert sich der Pinscher-Schnauzer-Club 1895 e.V. um die Vermittlung von in Not geratenen Zwergpinschern.

Tierheim

Zwergpinscher sind robuste Kleinhunde, die mühelos bis zu 17 Jahre alt werden können. Wer sich also für einen Zwergpinscher entscheidet, trifft eine langjährige Entscheidung. Der kleine Pinscher hat einen großen Züchterstamm, es werden viele Welpen von Züchtern angeboten. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass mit dem Tag des Kaufs eine große Verantwortung auf einen zukommt. Viele sind sich dessen leider nicht bewusst und geben ihren Zwergpinscher dann bei den ersten Schwierigkeiten im Tierheim ab.

Vielleicht finden Sie ja in einem Tierheim in Ihrer Nähe Ihren kleinen Traumhund? Das Nachfragen lohnt sich in jedem Falle.

Schutzgebühr

Wer einen Zwergpinscher aus dem Tierheim oder von einem Tierschutzverein bei sich aufnimmt, zahlt keinen Kaufpreis. Es wird allerdings eine Schutzgebühr erhoben. Die Schutzgebühr ist zwar nicht kostendeckend, sie entlastet allerdings die finanziellen Mittel des Vereins. Dank der Schutzgebühr können Medikamente, Zubehör und Futter eingekauft werden.

Kauf & Zucht

Der einzig zuverlässige Weg einen Zwergpinscher Welpen zu kaufen führt über einen seriösen Züchter mit den entsprechenden Papieren. Einem professionellen Züchter liegt das Wohl seiner Zwergpinscher Welpen sehr am Herzen. Zu beachten ist, dass Hündinnen im Gegensatz zu anderen Hunderassen nur ein bis maximal zwei Welpen gebären. Nicht nur die Verpflegung der Zwergpinscher durch ihren Züchter kostet Geld. Auch die Zuchtzulassungen, Deckgebühren, Wurfeintragungen, Impfungen und Ausfertigungen der Ahnentafeln gibt es nicht umsonst. Dies alles ist für eine anerkannte Zucht notwendig. Das Kaufen eines Zwergpinscher Welpen bei einem professionellen Züchter erweist sich anfänglich als teuer, letztendlich spart es unnötige Tierarztkosten ein, die z.B. bei einem "Billigkauf" von einer dubiosen Zuchtstätte durch bestimmte Erbkrankheiten anfallen würden. Der Zwergpinscher läuft als kleine und aktuell sehr beliebte Hunderasse große Gefahr, Opfer von Massenzüchtern zu werden. Um ihre Welpen immer kleiner und scheinbar „niedlicher“ zu bekommen, züchten diese andere kleinwüchsige Rassen wie Prager Rattler oder Russkiy Toy ein. Diese Welpen sind dann nicht mehr reinrassige Zwergpinscher sondern Mischlinge und sollten daher auch nicht als reinrassige Zwergpinscher verkauft werden.

Zwergpinscher Zucht

Der Rassestandard beinhaltet vorgeschriebene Zuchtregelungen, die von einem seriösen Züchter eingehalten werden müssen. Diese Regelungen sind notwendig für die Gesundheit und den ausgeglichenen Charakter eines Zwergpinschers. Bei der seriösen Zucht ist es besonders wichtig, dass die Hunde der Züchter die Merkmale der äußeren Erscheinung voll und ganz erfüllt. Zudem muss der spezielle Charakter des Tieres durch die Zucht erhalten bleiben.

Ein offiziell anerkannter Züchter würde jedoch niemals Mini Zwergpinscher züchten.

Genetische Risiken

Leider treten auch beim Zwergpinscher verschiedene Krankheiten gehäuft auf. 

  • Patellaluxation

Eine Patellaluxation ist eine Anomalie des Kniegelenks, begründet in einer genetischen Fehlstellung des Kniegelenks. Die Kniescheibe (Patella) springt dabei aus der Führung und der Zwergpinscher beginnt zu humpeln – zumindest bis die Kniescheibe wieder in die richtige Position zurückgesprungen ist. Die Krankheit wird je nach Schwere in Grade eingeteilt. Eine OP ist bei schwereren Graden meist erforderlich.

  • Trachealkollaps

Beim Trachealkollaps fällt die Luftröhre zusammen, da die Knorpelspangen zu weich sind. Die Luftröhre wird dadurch verengt, es kann zu schweren Atemproblemen kommen.

  • Allergien
  • Herzfehler
  • Epilepsie

Unter Epilepsie versteht man wiederkehrende Krampfanfälle, die ohne erkennbare Ursache ausgelöst werden. Typischerweise ändert sich das Verhalten, der Zwergpinscher reagiert verwirrt, ängstlich oder aggressiv. Ebenfalls können sich die Krampfanfälle auf motorische und autonome Funktionen auswirken.

  • Progressive Retinaatrophie (PRA)

PRA ist eine fortschreitende Sehverschlechterung, sie endet stets mit der Erblindung des Hundes.

 

Zucht-Verbände und Bezug

Für den Zwergpinscher existiert kein Einzelverband. Der Zwergpinscher wird als Rasse im Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. geführt. Der Klub vereint Informationen rund um alle Pinscher und Schnauzer Rassen auf seiner Internetpräsenz. Hier bekommen Züchter und Liebhaber des Zwergpinschers die Möglichkeit, Kontakt zu anderen Züchtern oder zu Ortsgruppen des Klubs aufzunehmen, Informationen zu Ausstellungen abzurufen und sich einen Überblick über den gültigen Rassestandard zu verschaffen.

Grundlagen zur Welpenabgabe

Informieren Sie sich vorab genau über den Züchter und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sehen Sie das Muttertier der Welpen?
  • Ist der Preis für den Welpen vergleichbar mit dem Preis bei anderen Züchtern?
  • Wo und wie werden die Zwergpinscher Welpen verkauft?
  • Stellt der Verkäufer Ihnen Fragen zu Ihren Wohn- und Lebensumständen?
  • Gibt es einen rechtmäßigen Kaufvertrag, wenn Sie den Zwergpinscher kaufen?
  • Wie sehen die Welpen aus?
  • Hat der Züchter sich auf den Zwergpinscher spezialisiert?
  • Berät der Züchter Sie bezüglich des Welpen und zeigt auch negative Dinge auf?